Eigentlich hätte dies auch “Alles mit dem Mund, Teil 3″ sein können – die wichtigste Kunst des Mundes für das Jadespiel ist nämlich nicht das Lecken, Schlecken und Saugen, sondern die Fähigkeit, zu sprechen!
Ganz typisch für lang andauernde Beziehungen ist der Verlust der Sprache – nicht nur, aber insbesondere auch beim Jadespiel. Die Partner kennen sich, es kehrt eine gewisse Routine ein. Die Vertrautheit mit dem Körper des Partners und mit den Reaktionen lässt oft die Sprache im Jadespiel verkümmern.
Gemeint ist hier nicht der so oft strapazierte “Dirty Talk” – das ist einfach eine Sprach-Variante. Gerade diese passt herrlich in ein “schmutziges” Vorspiel, dass beispielweise auch schon gut am Telefon beginnen kann. Im “Dirty Talk” werden absichtlich schmutzige Worte verwendet, die sonst eher nicht “gesellschaftsfähig” sind. Und natürlich eignet sich diese Variante auch für das Jadespiel selbst.
Im heutigen Artikel geht es jedoch vielmehr darum, dass jede Form von Sprache während des Jadespiels sich im Laufe der Zeit einer langen Beziehung sehr oft verflüchtigt. Möglicherweise gab es sie auch nie, obwohl die meisten Paare in der wilden Anfangszeit durchaus auch gern verbal zur Sache kommen.
Der Verlust der Sprache während des Jadespiels ist nicht nur ausgesprochen schade, die Partner verlieren auch eine wundervolle Möglichkeit, das Jadespiel abwechslungsreich zu gestalten. Mit der Jadespiel-Sprache ist jetzt aber nicht die “technische” Kommunikation gemeint, die manches Jadespiel begleitet. Sätze wie “bist Du soweit?”, “ich bin gleich soweit”, “komm jetzt”, “ich komme”,… klingen eher wie die Kommunikation zwischen dem Tower und dem Piloten eines landenden Flugzeugs. Heiße, lustvolle Ekstase wird bei diesen Worten kaum zu erwarten sein.
Sprache ist ein ganz herrlicher Auslöser für Fantasie. Es gibt unzählige Möglichkeiten, das Spiel durch die Sprache lustvoll zu erweitern. Zum Beispiel ist es ungeheuer erregend, der Partnerin oder dem Partner während des Jadespiels unablässig ins Ohr zu flüstern, was man im nächsten Moment mit ihm oder ihr anstellen wird. Einfach nur mit Worten beschreiben, was man im nächsten Moment in Taten folgen lässt. Es geht dabei nicht darum, besonders schmutzige Worte zu finden – das wäre wieder “Dirty Talk”. Nein, es funktioniert hervorragend, einfach nur jeweils kurz zu beschreiben, was man bzw. frau als nächstes tun wird – und es dann auch zu tun.
Das ins Ohr flüstern hat dabei den Vorteil, dass es gerade bei den ersten Versuchen viel von der Unsicherheit und Scham nimmt, die das Benutzen solch heißer, direkter Sprache durchaus auslösen kann. Mutigere schauen ihrer Partnerin oder ihrem Partner in die Augen, während sie ihm oder ihr leise zuflüstern, was sie als nächstes vorhaben. Der intime Blickkontakt und die leisen Worte, die ankündigen, was gleich geschehen wird, erwecken pure Lust.
Die Sprache kann aber noch viel mehr. Mit etwas Fantasie und Mut lässt sich das vetraute Jadespiel in eine neue, spannende Erfahrung umwandeln. Zum Beispiel ist es ausgesprochen anregend, sich während des ganzen Jadespiels höflich und nett mit “Sie” und dem Nachnamen anzureden – und trotzdem die Dinge beim Namen zu nennen. Das Wechselspiel zwischen höflich distanzierter Anrede und gleichzeitig intimer Beschäftigung miteinander weckt ebenfalls ganz ungeahnte Lust.
Solche kleinen, verbalen Rollenspiele sind ein herrlich anregender Weg, aus der Routine des sprachlosen Jadespiels auszubrechen und seinem Partner ganz neu zu begegnen. Wer mag, kann sich hier von seiner Fantasie anregen lassen und sich verbal in immer neuen Situationen wiederfinden. Wie wäre es mal mit einem Jadespiel zwischen König und Konkubine im königlichen Schlafgemach? Oder die Verführung einer ägyptischen Pharaonin durch ihren Baumeister (eine wahrhaft historische Szene)? Oder eine Szene zwischen der Chefin und dem neuen Privatsekretär?
Es genügt dabei vollkommen, mit Worten zu spielen, sich die Szene vorzustellen, in die jeweilige Rolle zu schlüpfen und einfach nur die Sprache entsprechend anzupassen. Am besten, man wechselt sich dabei ab, sich für das Jadespiel eine kleine Situation auszudenken und den Partner oder die Partnerin mit ein paar Worten darauf einzustimmen.
Wenn man damit noch keine Erfahrung hat, aber auch, wenn schon eine lange Sprachlosigkeit im Jadespiel eingezogen ist, fühlt es sich bei den ersten Versuchen schnell seltsam an. Oft fällt es nicht leicht, sich zu überwinden, sich auf ein solches Spiel einzulassen. Darum: Erstmal einfach anfangen, nicht gleich zu schwierige Situationen und Rollen aussuchen. Am besten erstmal ein bisschen Sprache ausprobieren – besonders, wenn sie beim Jadespiel schon lange nicht mehr oder noch gar nicht genutzt wurde.
Tja – und während ich diese Zeilen schreibe, stelle ich gerade fest, dass ich selbst auch schon länger nicht mehr diesem guten Rat gefolgt bin. Es ist schon erstaunlich, wie schnell man unter der Last des Alltags und der täglichen Anforderungen solch wichtige Dinge “vergisst”. Umso wichtiger, sich immer wieder zu vergegenwärtigen, dass frau und mann es selbst in der Hand haben, wie abwechslungsreich und lustvoll sie ihr Jadespiel gestalten. Ich jedenfalls habe mir gerade vorgenommen, die unmerklich eingeschlichene “Sprachlosigkeit” dringend wieder aufzuheben…