“Nur” Routine-Sex?

Routine-Sex. Etwas, dass irgendwie negativ klingt: Nach langer Weile, “Mechanik” und fehlender Leidenschaft. Es ist etwas, das vermutlich die meisten ü40er – aber sicher nicht nur die – mit Kindern, Job und vielen Verpflichtungen kennen. Wir auch.

Nach viele Tagen, angefüllt mit Verpflichtungen, Stress, Zeitnot und Müdigkeit, war es am heutigen Samstag Morgen irgendwie dran. Aufgestaute, über Tage verdrängte oder unterdrückte Lust suchte sich einen Weg. Aneinader gekuschelt im Bett gab es weder ein langes, zärtliches Vorspiel, noch viele Worte – es gab nur ein lustvolles rein und raus im für beide angenehm wenig anstrengenden “Löffelchen”. Es war eine Portion “Routine-Sex”. Natürlich hatte unser Töchterchen nichts besseres zu tun, als uns auch noch mitten im Jadespiel zu stören. Trotz aller Versuche, ein paar Minuten für die Eltern “herauszuschinden”, dann auch gleich noch ein zweites mal. Nicht einfach, dabei noch Lust und Leidenschaft aufzubauen. Trotzdem kamen wir irgendwann zum Ziel. Einzeln, nicht gleichzeitig. Waren es unglaubliche Organsmen, die die Erde beben ließen? Hat die Glut der Leidenschaft die Welt verändert? Nein.

Warum erzähle ich das? Weil es trotzdem schön war! Manchmal lässt uns das Leben einfach keine Zeit für weltbewegende Orgasmen, keine Zeit für die leidenschaftliche Glut, für ausdauernde Vorspiele, und für ein mehrere Gänge dauerndes Festmahl. Manchmal gibt es einfach nur eine Portion “Routine-Sex”. Das der trotzdem funktioniert, liegt vor allem an der Vertrautheit einer langen Beziehung. Es ist einfach schön, den vertrauten Körper zu liebkosen, das Stöhnen zu hören und den leckeren Geruch nach Lust einzusaugen. Und tatsächlich stärkt es sogar das Vertrauen und die Beziehung im Kampf gegen den grauen Alltag.

Eine Portion “Routine-Sex” ist nicht das Ende der Welt, auch nicht das Ende des eigenen, erfüllten Sexuallebens. Es ist nicht mehr aber auch nicht weniger, als ein kleiner Imbiss, der dabei hilft, nicht zu verhungern. Natürlich hat es den Hunger nicht wirklich gestillt. Aber es war trotzdem lecker. So verstanden steigert es die Vorfreude und macht Lust auf das nächste Festmahl zu warten. Das wird nämlich, früher oder später, ganz bestimmt nachfolgen.

Sprich mit mir! Wie Sprache den Sex bereichert

Eigentlich hätte dies auch “Alles mit dem Mund, Teil 3″ sein können – die wichtigste Kunst des Mundes für das Jadespiel ist nämlich nicht das Lecken, Schlecken und Saugen, sondern die Fähigkeit, zu sprechen!

Ganz typisch für lang andauernde Beziehungen ist der Verlust der Sprache – nicht nur, aber insbesondere auch beim Jadespiel. Die Partner kennen sich, es kehrt eine gewisse Routine ein. Die Vertrautheit mit dem Körper des Partners und mit den Reaktionen lässt oft die Sprache im Jadespiel verkümmern.

Gemeint ist hier nicht der so oft strapazierte “Dirty Talk” – das ist einfach eine Sprach-Variante. Gerade diese passt  herrlich in ein “schmutziges” Vorspiel, dass beispielweise auch schon gut am Telefon beginnen kann. Im “Dirty Talk” werden absichtlich schmutzige Worte verwendet, die sonst eher nicht “gesellschaftsfähig” sind. Und natürlich eignet sich diese Variante auch für das Jadespiel selbst.

Im heutigen Artikel geht es jedoch vielmehr darum, dass jede Form von Sprache während des Jadespiels sich im Laufe der Zeit einer langen Beziehung sehr oft verflüchtigt. Möglicherweise gab es sie auch nie, obwohl die meisten Paare in der wilden Anfangszeit durchaus auch gern verbal zur Sache kommen.

Der Verlust der Sprache während des Jadespiels ist nicht nur ausgesprochen schade, die Partner verlieren auch eine wundervolle Möglichkeit, das Jadespiel abwechslungsreich zu gestalten. Mit der Jadespiel-Sprache ist jetzt aber nicht die “technische” Kommunikation gemeint, die manches Jadespiel begleitet. Sätze wie “bist Du soweit?”, “ich bin gleich soweit”, “komm jetzt”, “ich komme”,… klingen eher wie die Kommunikation zwischen dem Tower und dem Piloten eines landenden Flugzeugs. Heiße, lustvolle Ekstase wird bei diesen Worten kaum zu erwarten sein.

Sprache ist ein ganz herrlicher Auslöser für Fantasie. Es gibt unzählige Möglichkeiten, das Spiel durch die Sprache lustvoll zu erweitern. Zum Beispiel ist es ungeheuer erregend, der Partnerin oder dem Partner während des Jadespiels unablässig ins Ohr zu flüstern, was man im nächsten Moment mit ihm oder ihr anstellen wird. Einfach nur mit Worten beschreiben, was man im nächsten Moment in Taten folgen lässt. Es geht dabei nicht darum, besonders schmutzige Worte zu finden – das wäre wieder “Dirty Talk”. Nein, es funktioniert hervorragend, einfach nur jeweils kurz zu beschreiben, was man bzw. frau als nächstes tun wird – und es dann auch zu tun.

Das ins Ohr flüstern hat dabei den Vorteil, dass es gerade bei den ersten Versuchen viel von der Unsicherheit und Scham nimmt, die das Benutzen solch heißer, direkter Sprache durchaus auslösen kann. Mutigere schauen ihrer Partnerin oder ihrem Partner in die Augen, während sie ihm oder ihr leise zuflüstern, was sie als nächstes vorhaben. Der intime Blickkontakt und die leisen Worte, die ankündigen, was gleich geschehen wird, erwecken pure Lust.

Die Sprache kann aber noch viel mehr. Mit etwas Fantasie und Mut lässt sich das vetraute Jadespiel in eine neue, spannende Erfahrung umwandeln. Zum Beispiel ist es ausgesprochen anregend, sich während des ganzen Jadespiels höflich und nett mit “Sie” und dem Nachnamen anzureden – und trotzdem die Dinge beim Namen zu nennen. Das Wechselspiel zwischen höflich distanzierter Anrede und gleichzeitig intimer Beschäftigung miteinander weckt ebenfalls ganz ungeahnte Lust.

Solche kleinen, verbalen Rollenspiele sind ein herrlich anregender Weg, aus der Routine des sprachlosen Jadespiels auszubrechen und seinem Partner ganz neu zu begegnen. Wer mag, kann sich hier von seiner Fantasie anregen lassen und sich verbal in immer neuen Situationen wiederfinden. Wie wäre es mal mit einem Jadespiel zwischen König und Konkubine im königlichen Schlafgemach? Oder die Verführung einer ägyptischen Pharaonin durch ihren Baumeister (eine wahrhaft historische Szene)? Oder eine Szene zwischen der Chefin und dem neuen Privatsekretär?

Es genügt dabei vollkommen, mit Worten zu spielen, sich die Szene vorzustellen, in die jeweilige Rolle zu schlüpfen und einfach nur die Sprache entsprechend anzupassen. Am besten, man wechselt sich dabei ab, sich für das Jadespiel eine kleine Situation auszudenken und den Partner oder die Partnerin mit ein paar Worten darauf einzustimmen.

Wenn man damit noch keine Erfahrung hat, aber auch, wenn schon eine lange Sprachlosigkeit im Jadespiel eingezogen ist, fühlt es sich bei den ersten Versuchen schnell seltsam an. Oft fällt es nicht leicht, sich zu überwinden, sich auf ein solches Spiel einzulassen. Darum: Erstmal einfach anfangen, nicht gleich zu schwierige Situationen und Rollen aussuchen. Am besten erstmal ein bisschen Sprache ausprobieren – besonders, wenn sie beim Jadespiel schon lange nicht mehr oder noch gar nicht genutzt wurde.

Tja – und während ich diese Zeilen schreibe, stelle ich gerade fest, dass ich selbst auch schon länger nicht mehr diesem guten Rat gefolgt bin. Es ist schon erstaunlich, wie schnell man unter der Last des Alltags und der täglichen Anforderungen solch wichtige Dinge “vergisst”. Umso wichtiger, sich immer wieder zu vergegenwärtigen, dass frau und mann es selbst in der Hand haben, wie abwechslungsreich und lustvoll sie ihr Jadespiel gestalten. Ich jedenfalls habe mir gerade vorgenommen, die unmerklich eingeschlichene “Sprachlosigkeit” dringend wieder aufzuheben… ;-)

Sex nach Vereinbarung

Job, Haushalt, Kinder, Essen, Konflikte, Freunde treffen, Termine… der Alltag hält jede Menge anstrengende Beschäftigungen für ein Paar bereit. Besonders, wenn nicht nur beide arbeiten, sondern auch noch Kinder die Eltern quasi in jeder Minute beschäftigen. Spätestens unter dieser Belastung bleibt Sex irgendwann einfach auf der Strecke. Nicht, dass es nicht beide eigentlich wollen – gelegentlich, wenn mal eine Minute Zeit ist, darüber nachzudenken. Oft führt die unerfüllte Lust zu Dauerfrust, denn auf die ein oder andere Weise kommt es immer wieder zu Situationen, wo ein Partner den anderen abweist. Ohne böse Absicht, sondern einfach nur, weil die es jetzt gerade nicht passt.

In dieser Situation hilft oft ein ganz einfaches Mittel: Eine Verabredung zum Jadespiel, ein Sex-Termin!

Uh, wie unromantisch… ist zumeist der erste Gedanke, den – nicht nur – Frauen hegen. Es ist schon komisch, sich mit dem eigenen Partner zum Sex zu verabreden. Jedenfalls beim ersten mal.

Wir hatten genau diese Situation, die Woche voller Termine, Job, Kinder. Keine Zeit für Sex. Abends meist zu müde, morgens ist es zu früh, am Tag ist keine Zeit. Die unfreiwillige Enthaltsamkeit wird schließlich zu Frust – und der wird nach Wochen und Monaten zu reinem Gift für die Beziehung.

Ich erinnere mich noch gut: Unseren ersten Sex-Termin hatten wir an einem Monatg morgen, nachdem die Kinder sicher in der Schule bzw. im Kindergarten untergebracht waren. Schon eine Woche im Voraus geplant, hatten wir ziemlich genau eine Stunde Zeit. Es war eine verrückte Situation – wir standen uns gegenüber und wußten beide, warum wir hier waren. Nach einer kurzen Pause des Zögerns, während der wir uns einfach nur ansahen,  ging es plötzlich sehr schnell. Wir zogen uns rasch aus – ganz unromantisch jeder sich selbst – und lagen nur wenige Momente später im Bett. Viel gesprochen haben wir bei unserem ersten Termin-Sex nicht – wir waren viel zu beschäftigt, um die Zeit mit Reden zu verschwenden.

Von da an haben wir uns wochenlang ein bis zweimal die Woche verabredet. Jeweils am Sonntag haben wir die Termine für die nächste Woche abgestimmt. Und wow! Auf einmal erinnert man sich wieder daran, dass regelmäßiger Sex mit dem Partner einfach fantastisch ist. Frau wie Mann freuen sich schon Tage vorher auf den Termin. Der aufgestaute Frust ungewollter Enthaltsamkeit verschwindet. Der Rest der Woche läuft viel harmonischer, da man sich nicht ständig mit unerfüllter Lust oder schlechtem Gewissen plagen muss. Und: Regelmäßiger Sex ist gut für die Seele – und für die Beziehung.

Natürlich kam es bei uns irgendwann, wie es kommen musste – es gab eine Phase, in der wir einfach keine Termine finden konnten. Das führte zum Einschlafen der regelmäßigen Verabredungen. Dafür war aber die Lust wieder geweckt und der neu angefachte Appetit führte eine ganze Zeit lang einfach wieder zu spontanem Sex – trotz stressiger Tage. Als dieser wieder abflaute – der tägliche Stress saugt früher oder später einfach die Energie auf -  haben wir uns irgendwann wieder auf Termin-Sex besonnen. Nachdem damit erste Erfahrungen gemacht sind, wird das bald ein ganz normales Mittel in der Beziehung, um für frischen Sex zu sorgen.

Fazit
Termin-Sex ist ein wunderbares Mittel, trotz stressiger Zeiten mit dem Partner aufregenden Sex zu erleben. Gerade die meist ungewohnte Situation der Sex-Verabredung führt leicht zu ganz neuen, lustvollen Erlebnissen. Termin-Sex nimmt den Frust unerfüllter Lust und gibt zugleich die Freiheit, sich außerhalb der Sex-Termine voll und ganz auf den stressigen Alltag zu konzentrieren.
Zwei Dinge sind dabei aber wichtig:
1. Termine sollten von beiden Partnern ernst genommen werden. Wenn ein Termin verabredet wurde, dann sind die Bügelwäsche, die Steuererklärung, der Abwasch, das Auto oder was auch immer keine ausreichende Ausrede, um den Termin kurzfristig abzusagen.
2. Wenn kein Termin passt, dann ist es eben so. Wie bei allem im Leben kommt es immer auf die Mischung und einen guten Kompromiss an. Termin-Sex sollte auf keinen Fall in zusätzlichen Stress ausarten. Wenn es keinen Termin gibt, dann bitte keinen erzwingen wollen. Vielleicht sieht es in der nächsten Woche schon wieder anders aus.

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