Von Quizduell zu Jadesaft

Es ist schon verblüffend, was das Leben so an Überraschungen bereithält. Eben noch spiele ich das allseits beliebte Quizduell (als App für iOS und Android erhältlich) – und finde mich im nächsten Moment in einem interessanten Chat über unzählige Themen. Und natürlich kommt es, wie es kommen musste (wer mich kennt, erwartet gar nichts anderes) – am Ende landet das Gespräch unweigerlich »hier«.

Und es macht riesigen Spaß, mit diesem wildfremdem Menschen über mein Lieblingsthema zu sprechen. Klar – wer hier schon länger mitliest, weiß, dass ich freiwillig keine Gelegenheit für ein Gespräch über Sex auslassen würde. Aber gerade mit jemand fremdem ist es richtig spannend, weil man ehrlich und ohne irgendein „Vorwissen“ ganz unbelastet über alles sprechen kann. Und wenn man zufällig auch noch mit der Gabe des Zuhörens ausgestattet ist (im Chat natürlich eher des „Mitlesens“), wird man unweigerlich auch etwas spannendes erfahren. Jemand anonymes, den man nicht kennt, hat keinen Grund, einen besonders zu schonen, zu ärgern, zu provozieren oder irgendwie vorbelastet anzusprechen. So kann sich – wenn man auf einem gemeinsamen Sprachniveau kommuniziert – eine ungezwungene sehr intensive Diskussion entwickeln.

Natürlich passiert das nicht jeden Tag – für mich war das so auch zum ersten Mal. Ich kann aber allen Leserinnen und Lesern nur empfehlen: seid offen für neue Kommunkationswege.  Heutzutage gibt es viele Gelegenheiten, mit unbekannten Menschen zu chatten. Und gerade das Thema Sex interessiert (fast) alle (offensichtlich schon mal alle, die hier Jadesaft lesen). Viele trauen sich auch nicht, mit Freund/innen oder Bekannten darüber zu reden. Warum also nicht mal mit jemand unbekanntem?
Viel Erfolg beim Kontakt aufnehmen!

(Mit einem herzlichem Gruß an K.)

 

 

Einmal pro Woche macht glücklich

Gestern las ich bei Spiegel-Online einen interessanten Beitrag:  Psychologie-Studie: Einmal Sex pro Woche reicht

Bei allen inhaltlichen Überlegungen zu Beziehungen ist mit Sicherheit die simple Frage nach dem „wieviel“ etwas, dass vielen im Kopf herumgeht. Üblichen „bösen“ Klischees zufolge ist es bei Männern zumeist eher die Frage nach „nicht genug“, während Frauen eher „nicht schon wieder“ im Kopf haben …

Spannend an der oben genannten Studie ist die Herangehensweise: statt die eben genannten Klischees zu bedienen, fragt die Studie danach, ab wieviel Sex in der Partnerschaft sich kein merkbarer Zuwachs an Zufriedenheit mehr einstellt.  Und kommt zu dem Ergebnis, dass bei einmal pro Woche der Zuwachs an Zufriedenheit optimal ist. Alles darüber hinaus ist natürlich weder schädlich, noch „zuviel“ – bringt aber im Allgemeinen offenbar keine Steigerung der Zufriedenheit mehr. Alles unterhalb dieses Wertes bringt zunehmende Unzufriedenheit. Interessant ist auch die Feststellung, dass die Zufriedenheit mit „einmal pro Woche“ bei Menschen aller Alterstufen und beider Geschlechter tatsächlich gleich ist. Wobei das alles immer nur als Durchschnitt gesehen werden muss. Natürlich gibt es individuell auch ganz andere Ansichten.

Eine weitere nette kleine Information ist noch, dass die Unzufriedenheit über fehlenden Sex von den Menschen höher bewertet wird, als die Unzufriedenheit über fehlendes Geld. Das lässt hoffen! Wir sind also doch noch nicht in der viel beschworenen, nur noch materiell bestimmten Welt gelandet, sondern unsere ganz menschliche Biologie hat immer noch einen kleinen Vorsprung.
(Jadesaft ist immer noch ein bisschen bedeutsamer als Raffzahn😉

Richtig spannend ist die Erklärung der Autoren, dass man nicht sicher ist, wie hier der Zuammenhang von Ursache und Wirkung ist. Entweder ist einmal pro Woche tatsächlich ausreichend und deshalb der Durschschnitt, oder aber es ist deswegen richtig, weil es der Durchschnitt ist und sich Menschen wohlfühlen, wenn sie das gute Gefühl haben, dort zu sein, wo alle anderen auch sind.

Sicherlich wird es noch viele weitere Studien geben, die unsere tiefe Neugier befriedigen, was „bei den anderen“ denn so „üblich“ ist – insofern ist der zweite Ansatz vielleicht gar nicht so schlecht. Auf jeden Fall gibt so eine Studie ein paar Denkanstöße. Wer mit seiner Situation „dreimal im Jahr“ unzufrieden ist, weiß nun, dass es absolut normal ist, damit unzufrieden zu sein. Das ändert noch nichts an der Situation – aber es hilft, sich selbst besser einzuordnen. Wer sich mit „dreimal die Woche“ wohlfühlt, weiß jetzt, dass es tatsächlich überdurchschnittlich ist. Und wer einfach im Durchschnitt „einmal pro Woche“ mitschwimmt, muss sich keine Gedanken machen. Das ist der Punkt der optimalen Zufriedenheit. Und das zu wissen macht sicherlich noch zufriedener.

 

Ein kleines Blog mit Potential: Mitternachtsphantasien

Ganz zufällig hab ich dieses kleine Blog entdeckt. Bisher sind dort nur ein paar Gedankenfetzen, ein paar Worte und Bilder. Aber irgndwie ist die Stimmung angenehm. Einzutauchen in die Mitternachtsphantasien könnte eine interessante Reise werden – mal sehen, wohin die Fantasien uns bringen…

Lesetipp: Mitternachtsphantasien

Frauenfantasien

Die Huffington Post Deutschland veröffentlichte am 29. März einen interessanten Artikel: Nimm mich! Die fünf geheimen Sex-Fantasien von Frauen.
In dem Artikel wird ein Buch vom amerikanischen Autor Daniel Bergner vorgestellt. In diesem Buch veröffentlicht der Autor die Ergebnisse unzähliger Umfragen und Untersuchungen. Ein Aspekt aus dem Buch (es geht in dem Buch jedoch um noch viel mehr als nur dies) ist folgender: die beliebtesten und häufigsten Sex-Fantasien der Frauen handeln nicht von romantisch verklärtem Blümchensex…
(Aufmerksamen Leserinnen und Lesern von Jadesaft ist das spätestens seit dem hier im Jahre 2009 veröffentlichten Artikel Dominanz und Hingabe bereits bekannt🙂 )

Die häufigsten Sex-Fantasien sind laut des Buches folgende:

1. Vergewaltigungsfantasien
Es kann nicht oft genug gesagt werden: es geht hier um Fantasie. Auf keinen Fall wollen Frauen so etwas tatsächlich erleben! Der riesengroße Unterschied liegt darin, dass die Frau ihre Fantasie kontrolliert. Es geht in der Fantasie um Dominanz und Hingabe – und nicht um die brutale Realität.

2. Orgien
Frauen träumen von Orgien mit Männern und Frauen. Zwei, drei oder auch viel mehr. Oftmals spielt auch hier Gewalt eine Rolle – in der Fantasie sind es oft Situationen, in denen sich Frau nicht entziehen kann.

3. Junges Mädchen trifft auf alten Mann
Auch hier geht es um Dominanz und Hingabe. Der alte, erfahrene Mann und das junge unerfahrene Mädchen…

4. Sex in der Öffentlichkeit
Hier geht es zumeist um den Reiz des Verbotenen und die Gefahr des Entdecktwerdens. Und auch Voyeurismus ist ein Aspekt – laut den Ergebnissen schauen 40% der Frauen gern zu.

5. Der unbekannte Fremde
Auch ein Klassiker unter den Sex-Fantasien. Ein unbekannter Fremder, der es ermöglicht, unerkannt und folgenlos alle geheimen Wünsche auszuleben. Und auch hier geht es häufig um Dominanz und Hingabe.

Das sind die Top 5 Frauenfantasien – so schreibt der Autor des vorgestellten Buches.

Und was können wir daraus lernen?

Vor allem können alle Frauen, die sich insgeheim vielleicht ihrer Fantasien geschämt haben, aufatmen. Ihr seid vollkommen normal! Euren Geschlechtsgenossinen geht es nicht anders als Euch. Ihr müsst wirklich nicht von langweiligem Weichzeichner-Sex bei Kerzenschein träumen – das tun die anderen nämlich auch nicht. Statt dessen genießt Eure wilden Sex-Fantasien – sie gehören allein Euch und sie dürfen alles enthalten, was Euch in Eurer Fantasie Spaß macht.

Für Männer ist es möglicherweise sehr überraschend, dass die Fantasien ihrer Liebsten sich sehr stark den üblichen männlichen „Klischees“ und falschen Vermutungen unterscheiden. Am schwersten dürfte für Männer zu verstehen sein, dass Frauen ihre Fantasien eben nicht in der Realität erleben wollen – zumindest nicht so! Männer sind da anders – die fantasieren zumeist von Sex, den sie gern auch in Wirklichkeit erleben möchten. Aber keine Frau möchte, dass ihre Gewaltfantasien Realität werden… wobei es da eine gewisse Grauzone gibt, die zu entdecken höchst spannend sein kann (ein Beispiel ist hier bei Jadesaft nachzulesen in Schmerzhafte Lust). Aber meine Herren – das erfordert ein Höchstmaß an Einfühlungsvermögen und sehr viel Kommunikation!

Wer den Artikel in der Huffington Post lesen möchte: Nimm mich! Die fünf geheimen Sex-Fantasien von Frauen
Und wen das Buch interessiert – es enthält weitaus mehr als nur die beliebtesten Sex-Fantasien der Frauen – hier ist es: Daniel Bergner, Die versteckte Lust der Frauen (bei Amazon; gibts auch für den Kindle)

Über Männer (also letztlich auch über Frauen)

Vor einiger Zeit war ich mit einem Freund beim Abendessen. Und wie es so ist, wenn man sich über das Leben und vieles andere unterhält – irgendwann kommt das Gespräch unweigerlich auch zu meinem Lieblingsthema. Aber es ging nicht um Sex im allgemeinen, sondern es ging um die spannende Frage: was macht eigentlich Männer an?

Die erste Antwort klingt ganz (stereo)typisch:
Ein paar „geile Titten“, ein hübscher Po, viel nackte Haut… kurze/lange blonde/brünette/schwarze/rote Haare (je nach persönlicher Vorliebe) … naja, jeder kennt die üblichen Klischees.

Ja. Das war mal richtig erregend, damals, in der Zeit als Sex noch von Stielaugen und Lechzen bestimmt war. Als die Hormone beim Anblick jeder halbnackten Brust sofort das Blut in die zentrale Körpwerregion pumpten. Inzwischen sind viele Jahre vergangen. Unsere Generation (schau im Impressum, wer dieses Blog schreibt) geht auf die 50 zu. Brüste sind immer noch toll – aber die jugendliche Hormon-Achterbahn hat inzwischen witgehend ausgedient.

Die romatischeren Naturen antworten an dieser Stelle gern: „meine Frau/Freundin/Lebensgefährtin“ oder sowas.

Ja, war auch mal richtig. In der ersten Zeit der frischen Liebe hat die bloße Anwesenheit der geliebten Frau sofort die Hormone angeregt das Blut in die zentrale Körpwerregion zu pumpen. Tolle Zeiten. Falls Ihr ein gerade frisch verliebter Mann seid: genießt es!!! Diese Zeit geht irgendwann unweigerlich vorüber.

Ha – nun wird es interessant. Denn wenn die optischen Reize und die frische Verliebtheit nicht mehr „die Pumpe in Gang setzen“ – was ist es dann?
Die Antwort ist ebenso simpel (Männer sind so😉 ) wie einleuchtend:
Männer werden am allermeisten davon angemacht, wenn eine Frau Sex mit ihnen WILL und das auch ohne jeden Zweifel SAGT und während des gemeinsamen Jadespiels AUSDRÜCKT.

(Anmerkung: natürlich ist das nicht das einzige Kriterium – ein bisschen mehr gibt es da schon. Dieser Artikel setzt voraus, dass es hier um einen Mann und eine Frau geht, die die Kennenlernphase hinter sich haben und in irgendeinr Weise bereits in einer Beziehung sind. Der grundsätzliche hohe Reiz einer „wollenden Frau“ ist aber trotzdem immer gegeben.)

Das gilt für alle Männer in allen Alterstufen – nur dass die Hormonachterbahn in jüngeren Jahren leicht den Blick auf das Wesentliche trübt. Weswegen diese Erkenntnis nicht immer gleich in jungen Jahren offensichtlich ist.
Aber in meiner Generation haben die meisten Männer das inzwischen begriffen. Nahezu jeder Mann (in meinem Alters-Umfeld) gibt inzwischen umunwunden zu, dass er für sich selbst die größte Lust daraus zieht, wenn die Partnerin deutlich macht, dass Sie den Sex will und Spaß daran hat, es mit ihm zu tun.

Das ist das „Männer-lieben-Pornos Gesetz“. Intelligente Männer, Männer in glücklichen Beziehungen, Männer aller Alterstufen – so ziemlich alle Männer gucken gern mal einen Porno. Nicht etwa, weil die Drehbücher so ausgefeilt sind oder die Darsteller/innen so intensive Charakterrollen verkörpern, nichtmal, weil die Darstellerinnen so unglaulich toll aussehen – sondern schlicht und ergreifend, weil die Frauen in Pornofilmen Sex wollen. Und zwar vorher, währenddessen und es hinterher immer noch bestätigen. Und das sehr, sehr deutlich in Wort und Tat!
Das ist das ganze Geheimnis der Pornoindustrie. Und die Wahrheit über Männer.

Aber was bedeutet das nun für das Leben? Und den Sex? Und die Beziehung? Und die Frauen??

Zunächst mal bedeutet es:
Balzrituale gehören in die Balz. Es gibt sooo viele Balz-Tipps – äh, Anmach-Tipps – (Frauen sollen Geheimnisvoll seien, Männer wollen Frauen erobern, usw.). Alles sehr nett. Mag toll sein und funktionieren – aber irgendwann ist die Balz zu Ende. Dann sollten die Balzrituale eingepackt werden (oh, mal in einem netten Urlaub oder als kleine Auflockerung zwischendurch sind sie immer noch gern gesehen – aber nur ab und zu).

Es geht einfach darum, sich auf Augenhöhe zum Sex zu zusammenzufinden. Es geht darum, sich gegenseitig Lust zu bereiten – und dem Partner oder der Partnerin beim Sex die eigene Lust zu zeigen! Man trifft sich mit einem/einer Gleichgesinnten zum Sex, weil beide es wollen. Und dann ist es absolut legitim für beide, das auch zu sagen und auszudrücken.

Was bedeutet das für Frauen und Partnerinnen:
Die sexuelle Ehrlichkeit im Wollen ist es, die Männer unglaublich anmacht. Es geht dabei nicht darum, ihm zu sagen, dass er einen tollen Jadestengel hat (ist nett, aber nicht der Punkt), sondern es geht darum, ihm mitzuteilen, dass der Sex mit ihm gewollt ist. Dass er ihr Lust bereitet (aber natürlich auch umgekehrt!). Lust ausdrücken, lustvoll Stöhnen, Lust aussprechen, ihm beim Sex ganz viel in die Augen sehen (Augenkontakt während eines Blowjobs macht Männer geradezu Wahnsinnig vor Lust). Und sich aktiv am Sex beteiligen: ihn anfassen, sich anfassen, ihm sagen, was gerade besonders Lust macht, ihn anfeuern, sich selbst lustvoll bewegen, ihn reiten… den eigenen Sex richtig ausleben.
Das macht nicht nur den Mann unglaublich an, sondern hat auch noch einen sehr netten Nebeneffekt: ein solcherart „motivierter“ Mann wird sehr gern bereit sein, die sexuellen Wünsche seiner Frau zu berücksichtigen und zu erfüllen! (Allerdings vermutlich nur, wenn die Frauen sie auch aussprechen – Männer sind simpel und können die Gedanken einer Frau einfach nicht lesen🙂 ).

Und was bedeutet das für Männer und Partner?
Das bedeutet insbesondere eins: wenn Eure Frau und Partnerin keinen Sex will – hört auf, sie überzeugen zu wollen. Ein halbgewolltes Schäferstündchen wird immer lau und langweilig sein. Das ist es einfach nicht. Gebt Eurer Partnerin den Freiraum, wirklich zu wollen! Aber fordert dann auch von ihr, es Euch zu zeigen, am besten in Wort und Tat. Kein Verstecken, kein drumherumlawieren, kein Blümchensex, kein Tirili sondern richtig gewollter, intensiver, beiderseitig befriedigender Sex auf Augenhöhe!

 

So lange schon…

… ist es her, dass ich den letzten Artikel geschrieben habe. Überraschend, wie schnell Zeitknappheit und Verpflichtungen die liebgewonnene Schreiberei verhindern. Dabei ist das Thema nach wie vor aktuell (wird es ja auch immer bleiben). Und so viele spannende Themen warten noch darauf, aufgegriffen zu werden. Wir werden älter, die Kinder wachsen heran. Neue Fragen entstehen und manche Meinung wird vom Leben geprüft. Jadesaft schläft zwar schon seit einiger Zeit, aber ein Erwachen mit neuen Höhepunkten ist trotzdem nicht auszuschließen …