Vom Sagen und Meinen

Beim Stöbern und Lesen in anderen Blogs zum Thema bin ich am Wochenende auf den sehr lesenswerten Artikel JA ist JA nicht NEIN von Mademoiselle Nocturne gestoßen, geschrieben in ihrem Blog Les petits Plaisirs.

Das Problem, welches Mademoiselle Nocturne in klarer und deutlischer Form auf den Punkt bringt, ist sicherlich sehr weit verbreitet. Während Männer im Allgemeinen aus ihrer Meinung – insbesondere zur Frage, ob sie mit der Frau, um die sie sich bereits den ganzen Abend bemühen, Sex wollen oder nicht (letzteres wohl eher selten) – keinen Hehl machen, haben Frauen hierzu oftmals ein sehr schwieriges Verhältnis. Inwieweit  Eroberung und Widerstand zum Kennenlernen dazugehören, mag jede Frau für sich selbst entscheiden. Doch irgendwann ist der Moment gekommen, an dem es gilt, die eigenen Absichten und Wünsche klar und deutlich zu definieren – und zwar nicht nur ein „Nein“ offen und deutlich auszusprechen, sondern sich auch mit einem „Ja“ klar zu seinen Wünschen und Begierden zu bekennen.

Und das gilt nicht nur für die kurzfristige Flirt-Bekanntschaft des Abends, das gilt für den gesamten Umgang mit dem anderen Geschlecht. Und ausgerechnet wenn es um Sex geht, ist das leider oft ein Problem.  Jahrzehnte einer verfehlten Erziehung der Töchter haben vielen Frauen ein Joch umgehängt, welches sie nur schwer abwerfen können. Selbst nach vielen Jahren einer Beziehung fällt es manchen Frauen immer noch schwer, die „bösen Geister“ aus ihrem Kopf zu vertreiben, die ihnen erzählen wollen, was sie alles nicht dürfen – und sich eindeutig zu ihrer Lust, ihren Sehnsüchten, ihren Begierden zu bekennen. Männer, die dieses komplizierte Innenleben einer Frau nicht verstehen, werden oft einfach als unsensibel und grob abgestempelt (was sie allerdings leider auch oft genug sind). In diesem Fall sind sie jedoch das Opfer einer undurchsichtigen und nicht eindeutigen Kommunikation, bei der Frau ein Feuerwerk absolut gegenteiliger Signale aussendet.

Und genau hier setzt Mademoiselle Nocturne sich ein für eine verlässliche, verständliche und „wahrhaftige“ Kommunikation. Die zentrale Aussage aus dem Artikel von Mademoiselle Nocturne, fast schon einem „Glaubensbekenntnis“ gleichend, hat mir so gut gefallen, dass ich sie hier gern zititen möchte:

Wir sind keine Schlampen, weil wir Sex wollen.
Wir sind keine Schlampen, weil der Typ, den wir mit nauch Hause nehmen, diese Woche schon der dritte ist.
Wir sind keine Schlampen, weil wir gerne harten Sex haben.
Wir müssen uns unserer Lust nicht schämen.
Wir haben ein Recht darauf, unserer Lust Ausdruck zu verleihen.
Wir haben ein Recht auf richtig guten Sex. Und dazu gehört auch, dass wir dem Mann des Abends sagen, was wir wollen, was wir brauchen, was uns anmacht.
Es ist super, laut zu sein, wenn es unserem Temperament entspricht.
Es gibt keinen Grund, sich zu schämen, weil unser Körper Geräusche macht.
Wenn wir reiten, sieht der Typ unseren Bauch nicht, er achtet viel eher auf unsere schönen Brüste.
Von hinten wird er unserer Cellulitis an den Oberschenkeln keines Blickes würdigen. In dieser Stellung kommt unser Hintern besonders prächtig zur Geltung, ist gestrafft.
Es gibt also keinen Grund, das Licht auszuschalten.
Nein, es gibt wirklich nichts, wofür wir uns schämen müssten!

Ich will nicht weiter vorgreifen – der Artikel von Mademoiselle Nocturne ist ausgesprochen lesenswert – bitte einfach hier weiterlesen: JA ist JA nicht NEIN

Advertisements

3 Kommentare zu “Vom Sagen und Meinen

  1. Hallo Jadesaft!

    Ich danke Dir vielmals für diese schöne Darstellung dieses so unglaublich wichtigen Themas! 🙂 Es freut mich sehr, dass Dir auch dieses „Credo“ so gut gefallen hat. 🙂

    Liebe Grüße und einen guten Rutsch,
    Mademoiselle Nocturne

    • jadesaft sagt:

      Ja, hat uns gut gefallen. Ein sehr wichtiges Credo, welches leider viel zu selten Beachtung findet. Danke 🙂
      Dir auch einen guten Rutsch und ein herrlich erotisches 2010

  2. Erovamp sagt:

    Ich kann dem Artikel nur zustimmen. Aber um ehrlich zu sein, geht die heutige (westliche) Gesellschaft doch schon einen guten Schritt in die richtige Richtung. Vor 100 Jahren noch wäre es für eine Frau die absolute Schande gewesen öffentlich zuzugeben: „Ja, ich mag Sex“. Das ist heute kein Problem mehr. Klar. Frauen werden heute dumm angesehen, wenn sie wie Männer agieren und sich jedes Wochenende einen neuen Stecher besorgen. Aber ich denke, es braucht ein wenig Zeit, um alte gesellschaftliche Regeln durch Neuere zu ersetzen. Und manchmal braucht es dazu eben mehrere Jahrzehnte. Dennoch bin ich der Meinung, dass „wir“ auf dem richtigen Weg sind. Ich zumindest verurteile keine Frau, wenn sie einem Mann offen sagt, was sie möchte – auch nicht, wenn das, was sie möchte, harter Sex ist.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s